Ich habe früh viel gespürt. Und gelernt, daran zu zweifeln.
Als Kind habe ich Stimmungen stark wahrgenommen. Spannungen, unausgesprochene Sätze, Traurigkeit in einem Raum. Oft spürte ich etwas, bevor jemand darüber sprach.
Ich konnte es nicht erklären. Ich wusste nur, dass da etwas war.
Gleichzeitig bekam ich oft gespiegelt: Das ist doch nicht so. Du denkst zu viel. Sei nicht so empfindlich.
Solche Sätze verschwinden nicht einfach. Sie legen sich leise in einen Menschen.
Irgendwann zweifelt man nicht mehr nur an einzelnen Wahrnehmungen. Man beginnt, sich selbst weniger zu glauben.
Bei mir begann genau dort ein langer Weg weg von mir selbst.
